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Gemeinsames Gedenken am 27. Januar 2022

Aufgrund des Pandemiegeschehens haben wir uns dazu entschieden, auch in diesem Jahr keine analoge Gedenkveranstaltung anlässlich des bundesweiten Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus durchzuführen.

Digitales Erinnern

Um sichtbar zu machen, wie viele Menschen am 27. Januar innehielten und gedanklich miteinander verbunden waren, haben wir vier Gedenk-Collagen zusammengestellt.
Interessierte waren eingeladen, daran mitzuwirken und uns ein Foto von einem individuellen Gedenkzeichen (wie beispielsweise einer Kerze, Blumen, einem Portraitfoto, einer Botschaft) per Mail zu schicken oder es selbst unter dem Hashtag #SachsenAnhaltErinnert zu veröffentlichen.

Herzlichen Dank für die zahlreichen Einsendungen und das rege Mitwirken an unserer Collage!
Wir freuen uns sehr über so viel Engagement.

Des Weiteren hat Christian Tylsch, Landrat des Landkreises Wittenberg, zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ein Grußwort an uns gerichtet, in dem er sich ausdrücklich für das Engagement der Schüler:innen des Gymnasiums Jessen bedankt, die unterrichtsbegleitend einen Videobeitrag erarbeitet haben:
"Die Zeit und Arbeit, die hier von den Schülern investiert wurde, geht weit über das hinaus, was Geschichtsunterricht in Schule leisten soll. Ich danke deswegen allen Beteiligten für ihr Engagement und das wertvolle Resultat dieser Erinnerungsarbeit. Diese ist wichtig für unsere Gesellschaft, bietet sie doch Orientierungspunkte für unser eigenes demokratisches Gemeinwesen. So bekommt Erinnerung Relevanz für die Gegenwart."

Gedenken vor Ort

Am 27. Januar waren alle Interessierten eingeladen, individuell im ehemaligen "Bunker", dem Ort physischen und psychischen Terrors im KZ Lichtenburg, Blumen und Gebinde niederzulegen, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken.
Im Vorraum des "Bunkerganges" standen Kerzen bereit, die im Gang oder in den Zellen aufgestellt wurden, um an diesen Ort der Dunkelheit gemeinsam etwas Licht zu bringen.
Wenngleich wir aufgrund der Pandemie eine größere Ansammlung vor Ort vermeiden wollten, war es uns sehr wichtig, dass der ehemalige "Bunker" den gesamten Tag über für individuelles Gedenken zugänglich war.

Aktz. F S 1055-II-1 A 4. Der Fall Erich K. Wahlmann

In der Tradition der vergangenen Jahre hat sich der Geschichtskurs 4 des Gymnasiums Jessen unter Leitung von Georg Schneidmadel mit der sehr persönlichen Korrespondenz von Erich Konrad Wahlmann auseinandergesetzt, die in großem Umfang überliefert ist.
Erich Wahlmann, nur wenige Tage nach seiner Verlobung verhaftet, war seit dem 25. April 1935 im KZ Lichtenburg inhaftiert.

Unterrichtsbegleitend und mit sehr viel Engagement haben die Schüler:innen der 12. Klasse den vorhandenen Quellenbestand ausgewertet und daraus unter dem Titel "Aktz. F S 1055-II-1 A 4. Der Fall Erich K. Wahlmann" einen Filmbeitrag erstellt.

Ein großes Dankeschön an alle beteiligten Schüler:innen, Georg Schneidmadel und Schulleiterin Monika Kaufhold.
Wir freuen uns über das Engagement des Gymnasiums, das wir sehr zu schätzen wissen!

Hier geht´s zum Film.

#LichterGegenDunkelheit

Mit der Aktion #LichterGegenDunkelheit möchten die Gedenkstätten und erinnerungskulturelle Einrichtungen einen Beitrag zu einem differenzierten Bild der nationalsozialistischen Verfolgung schaffen. Die Gegenwartsbedeutung der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit ist nach wie vor von großer Bedeutung für unsere Gegenwart. Hierfür gibt es viele Beispiele: Verschwörungserzählungen mit Bezug auf die NS-Zeit im Zusammenhang mit der Coronapandemie oder antisemitische, rassistische und antidemokratische Äußerungen und Taten, bei denen ebenfalls Bezüge zur Geschichte hergestellt werden.

In diesem Jahr steht der ehemaligen "Bunker" als Ort der Bestrafung und des verschärften Arrests im KZ Lichtenburg im Fokus.

#everynamecounts

Rund um den Internationalen Holocaust-Gedenktag haben wir gemeinsam mit den Arolsen Archives ein Zeichen gesetzt und der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Am 26. Januar wurden 20.000 Dokumente freigeben, die wir mit gemeinsam mit Kolleg:innen aus der Stiftung und weiteren Freiwilligen in 48 Stunden bearbeitet haben. Keine Biographie und kein Name soll vergessen werden!

Warum am 27. Januar?

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz von Einheiten der Roten Armee befreit. Auschwitz gilt heute weltweit als Synonym für die nationalsozialistischen Verbrechen, insbesondere den Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma.
Im Januar 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Seither ist dieser Tag all jenen Menschen gewidmet, "die durch das nationalsozialistische Regime entrechtet, verfolgt, gequält oder ermordet wurden".