In einer Zeit, in der immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen persönlich berichten können, das demokratische Grundfundament unserer Gesellschaft massiv angegriffen wird und antisemitische sowie rassistische Einstellungen zunehmend sichtbarer werden, gewinnt die Frage nach zeitgemäßer Erinnerungsarbeit neue Dringlichkeit.
Die Wanderausstellung „In Echt? Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen“ setzt genau hier an: Wie lassen sich Lebensgeschichten von NS-Verfolgten auch dann vermitteln, wenn direkte Begegnungen nicht mehr möglich sind?
Mithilfe modernster VR-Technologie begegnen die Besuchenden fünf jüdischen Personen, die von ihren Erlebnissen während der NS-Zeit berichten. Die Menschen erfahren, wie es war, sich verstecken zu müssen, verfolgt und deportiert zu werden. Dies geschieht in einer immersiven Gesprächssituation, in der die Teilnehmenden in eine virtuelle Umgebung eintauchen und sich ausschließlich auf das Interview mit den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen fokussieren können.
Am Donnerstag, dem 7. Mai 2026, um 17:30 Uhr lädt das Team der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin zur Ausstellungseröffnung ein.
Johanna Schüller, Co-Kuratorin der Ausstellung, wird in das Ausstellungskonzept einführen und den historischen Kontext erläutern. Die Veranstaltung wird durch die Kreismusikschule Jessen musikalisch umrahmt.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Interessierte sind herzlich eingeladen. Anmeldungen, gerne per Mail an info-lichtenburg(at)erinnern.org, werden erbeten.
Im Begleitprogramm zur Wanderausstellung vertieft ein Workshop für Jugendliche ab 14 Jahren zentrale Themen wie NS-Zeit, Exil und Shoah und fördert Empathie sowie kritisches Denken. Ein besonderer Fokus liegt auf Medienkompetenz: Wie entstehen digitale Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen? Was bedeutet Authentizität in der Erinnerungskultur?

