Zur Geschichte der Gedenkstätte

Blick in die 1978 eröffnete Dauerausstellung
Blick in die 1978 eröffnete Dauerausstellung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übernahm die Rote Armee das Schloss Lichtenburg. In verschiedenen Bereichen des Schlossareals wurden zunächst Flüchtlinge untergebracht.

Mit der Gründung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) „Geschwister Scholl“ im Februar 1952 in Prettin begann in den 50er Jahren eine intensive landwirtschaftliche Nutzung des Schlosskomplexes, zu der auch die Einrichtung eines Getreide- und Gerätelagers sowie eines Maschinendepots gehörten. Selbst der ehemalige „Bunker“, der Ort der Bestrafung und des verschärften Arrests im KZ Lichtenburg, wurde in diesem Kontext weitergenutzt: das Volkseigene Gut Großtreben betrieb hier eine Champignonzucht. Im Westflügel des Schlosses wurde ein Lehrlingswohnheim eröffnet, das bis 1990 bestand.

Am 8. Mai 1965 wurde im ehemaligen „Bunker“ eine Mahn- und Gedenkstätte eingeweiht, die infolge eines Beschlusses der SED-Bezirksleitung Cottbus eingerichtet worden war. Durch ein Relief des Cottbusser Bildhauers Heinz Mamat, das verschiedene Szenen des KZ-Alltags versinnbildlicht, wurde im Zuge der Gedenkstättengestaltung ein Gedenkort auf dem Südhof des Schlosses definiert, an dem fortan Blumen und Gebinde niedergelegt werden sollten. An jenem Gedenkort fanden im Sinne des antifaschistischen Erziehungsideals beispielsweise feierliche Aufnahmen in die Freie Deutsche Jugend (FDJ) oder Vereidigungen von Wehrdienstleistenden der Nationalen Volksarmee (NVA) statt. 

1978 wurde die Mahn- und Gedenkstätte Lichtenburg um eine neue Dauerausstellung erweitert, die in drei ehemaligen Häftlingsschlafsälen präsentiert wurde und in das 1974 eröffnete Kreismuseum Schloss Lichtenburg integriert war. Bis auf wenige inhaltliche Veränderungen war diese Ausstellung bis November 2004 zugänglich, als der damalige Landrat des Landkreises Wittenberg als Träger der Mahn- und Gedenkstätte Lichtenburg sowohl das Kreismuseum als auch die Gedenkstätte schloss. 

Im Ergebnis vielfältiger zivilgesellschaftlicher Initiativen beschloss der Landtag von Sachsen-Anhalt im März 2006, die ehemalige Mahn- und Gedenkstätte Lichtenburg in die 2007 gegründete Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt aufzunehmen. Im Dezember  2011 wurde die mit Unterstützung des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt neu gestaltete Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin der Öffentlichkeit übergeben.